Der Volant
Wer ist dieser „Volant“?
Wer jetzt denkt, ein Volant ist jemand, der ein Volontariat macht, liegt knapp daneben. Aber die deutsche Sprache hat auch schon so ihre Tücken.
Das Berufsbild
Der Volant hat in der Regel nichts zu tun mit dem in journalistischen Berufen üblichen Werdegang bzw. Aufstieg vom einfachen und meist unbezahlten Praktikanten hin zum immerhin mehr oder weniger vergüteten Status des Volontärs.
Vielmehr handelt es sich beim Volant um eine Konstruktion an Markisen, thematisch also ein gänzlich anderer Bereich. Seine Aufgabe liegt auch nicht darin, als unterbezahltes „Mädchen für alles“ sein Dasein zu fristen. Der Volant repräsentiert – vor allem sich selbst. Generell wird er eingesetzt bei offenen Gelenkarmmarkisen oder bei ähnlichen Konstruktionen mit Schutzdach. Sein Job ist es, die nach vorne hin sichtbare Armtechnik und eventuell vorhandene Mechanik zu verdecken. Außerdem spendet es gerade bei niedrigem Sonnenstand dadurch, dass er an der Markise vorne überhängt, zusätzlichen Schatten. Er ist also mehr als nur eine optische Aufwertung und kann mehr als nur gut aussehen – wobei allein das heutzutage ja oft schon reichen würde. Weniger angebracht sind seine Dienste bei komplett geschlossenen Gelenkarm-Kassettenmarkisen, da er sich in diesem Fall durch die heftigeren Windeinflüsse stärker bewegen, also heftiger hin und her schlagen würde. Diese Bewegung lässt die Volantenden meist schneller verschleißen und erfordert ein häufigeres Wechseln und Austauschen.
Wie sieht er aus?
In den vergangenen Jahrzehnten war der Volant durchaus der Paradiesvogel unter den Markisen-Zusätzen. Auffallen wollte er, um jeden Preis. Daher präsentierte er sich vor allem mit aufwändigen Mustern und Ausführen, beispielsweise mit Fransen und Trapezmuster, und galt als Eyecatcher. Selbstzweifel, Unsicherheit und Scheu kannte er nicht. Mittlerweile hat sich der Trend etwas gewandelt und auch, wenn das Geltungsbedürfnis des Volants ungebrochen ist, zeigt er sich heute klassischer, dezenter und geradliniger – man wird eben doch älter, ruhiger und vernünftiger. Im privaten wie auch geschäftlichen Bereich sind aktuell besonders gern gewellte oder gerade Volantformen gesehen, oft auch zum Beispiel mit dem Firmennamen oder –logo bedruckt.
Selbstverständlich gibt es unter den Volants neben den Standardversionen auch die Sondermodelle. Zu ihnen gehören mitunter die ein- und ausrollbaren Volants, die sich je nach Sonnenstand und –einstrahlung beliebig in der Höhe regulieren lassen. Sie schützen außerdem vor schneller Auskühlung, leichtem Wind, der gerade im Spätsommer gerne so manchen lauen Abend im Freien jäh beendet, und neugierigen Blicken. Letztere zieht der eitle Volant lieber im wahrsten Sinne auf sich, damit Sie ungestört sind und bleiben.
Für ein langes Volant-Leben
Damit Ihr Volant lange lebt und man ihm auch nach einigen Jahren sein Alter nicht ansieht – der eitle Geselle mag das nämlich gar nicht – sollten Sie ihn, gerade wenn er auch genähten Tuchbahnen besteht oder mit einem Einfassband verziert ist, nicht in der Waschmaschine reinigen. Das zerstört sowohl die Nähte als auch die schmutzabweisende Beschichtung. Besser sind Wasser und ein weiches Reinigungsmittel, mit dem Sie Dreck ganz einfach entfernen können. Auch tut es ihm gut, im Winter angenommen und im Sommer wieder montiert zu werden, denn Kälte, Frost und Schnee mag das sonnenverwöhnte Wesen weniger gut leiden.

